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Photovoltaik finanzieren: Eigenkapital, KfW-Kredit oder Baufinanzierung?

Von Manuel Digeronimo · 3. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit · aktualisiert am 12. Oktober 2026

Eine Photovoltaik-Anlage rechnet sich über viele Jahre, bezahlt werden muss sie am Anfang. Du kannst sie aus Erspartem bezahlen, über einen Förderkredit der KfW, einen Ratenkredit oder die Baufinanzierung, oder du mietest sie. Jeder Weg hat andere Kosten. Eine Beispielrechnung zeigt, wie stark die Zinsen die Amortisationszeit verlängern.

Was eine Anlage kostet

Für eine 10-kWp-Anlage auf einem Einfamilienhaus nennt das Fachportal 42watt Stand Juli 2026 rund 12 000 Euro einschließlich Montage, also etwa 1 200 Euro pro kWp. Kleinere Anlagen sind pro kWp teurer, weil Gerüst, Wechselrichter und Anmeldung unabhängig von der Größe anfallen. Ein Batteriespeicher kommt mit grob 350 bis 700 Euro pro Kilowattstunde Kapazität dazu.

Umsatzsteuer fällt nicht an. Für Lieferung und Installation von Anlagen bis 30 kWp auf Wohngebäuden gilt seit 2023 der Nullsteuersatz, auch für Speicher. Der Preis im Angebot ist damit der Endpreis. Die Wallbox fällt nicht darunter.

Zuschüsse für die Anlage selbst gibt es vom Bund nicht. Einige Länder und Kommunen fördern Speicher oder Anlagen mit eigenen Programmen. Diese Töpfe sind oft schnell ausgeschöpft und werden teils später neu aufgelegt. Frag bei deiner Kommune oder Landesförderbank nach, bevor du den Auftrag erteilst, denn auch dort gilt meist: Antrag vor Vertragsabschluss.

Eigenkapital oder Kredit?

Wer die Anlage aus Erspartem bezahlt, zahlt keine Zinsen. Das ist der günstigste Weg, solange danach noch eine ausreichende Rücklage bleibt. Als Faustregel für Hausbesitzer gelten mehrere Monatsausgaben als Notgroschen, dazu Geld für Reparaturen am Haus.

Ein Kredit lohnt sich dann, wenn das Geld anderweitig gebunden ist oder du die Rücklage nicht antasten willst. Er macht die Anlage aber teurer und verlängert die Zeit, bis sie sich bezahlt hat. Vergleiche nicht den Sollzins, sondern den Effektivzins, und rechne die gesamten Zinskosten über die Laufzeit aus.

Der KfW-Kredit 270

Die KfW finanziert Photovoltaik-Anlagen über das Programm „Erneuerbare Energien – Standard“ (270). Laut Merkblatt gelten Privatpersonen als antragsberechtigt, wenn sie Strom ins Netz einspeisen, weil sie damit gewerblich tätig sind. Gefördert werden auch Batteriespeicher, sogar als reine Nachrüstung.

Es handelt sich um einen Kredit, nicht um einen Zuschuss. Ob er günstiger ist als ein normaler Ratenkredit, hängt von deiner Preisklasse ab. Lass dir von der Bank den konkreten Effektivzins nennen und vergleiche ihn.

Ratenkredit oder Modernisierungskredit

Ein Ratenkredit bei der eigenen Bank oder einer Direktbank ist der unkomplizierteste Weg. Er braucht keinen Grundbucheintrag, ist schnell bewilligt und lässt sich bei vielen Anbietern jederzeit ganz oder teilweise kostenlos zurückzahlen. Dafür liegen die Zinsen meist über denen einer grundbuchlich gesicherten Baufinanzierung, und die Laufzeiten sind kürzer.

Mitfinanzierung in der Baufinanzierung

Wer gerade baut oder kauft, kann die Solaranlage in die Baufinanzierung aufnehmen. Für sie gilt dann derselbe Zins wie für das Haus. Am 12. Oktober 2026 nannte der Vermittler Dr. Klein für 10 Jahre Zinsbindung einen Sollzins ab 4,06 Prozent, effektiv 4,16 Prozent.

12 000 Euro mehr Darlehen kosten bei 4,06 Prozent Zins und 2 Prozent Tilgung rund 61 Euro im Monat. Das ist wenig. Der Haken liegt in der Dauer: Mit dieser Tilgung wäre der Anteil erst nach rund 27 Jahren abbezahlt, die Zinsen summieren sich auf knapp 8 000 Euro. In dieser Zeit muss der Speicher mindestens einmal ersetzt werden.

Sinnvoll ist die Mitfinanzierung, wenn die höhere Darlehenssumme den Zins nicht verschlechtert und du die Mehrsumme über Sondertilgungen schneller zurückzahlst, etwa mit der Ersparnis aus der Anlage. Mit dem Hypothekenrechner siehst du, wie sich eine höhere Darlehenssumme auf Rate und Laufzeit auswirkt.

Mieten statt kaufen

Bei Mietmodellen stellt ein Anbieter die Anlage aufs Dach und kümmert sich um Wartung und Reparaturen. Die Verbraucherzentrale nennt Monatsraten von 80 bis 300 Euro und stellt fest, dass die Summe über die Laufzeit oft deutlich über dem Kaufpreis liegt. Bei 20 Jahren Laufzeit und 120 Euro im Monat zahlst du 28 800 Euro. Prüfe außerdem, was am Vertragsende mit der Anlage passiert und was beim Hausverkauf gilt.

Beispielrechnung: Wann sich die Anlage bezahlt hat

Angenommen sei eine 10-kWp-Anlage ohne Speicher für 12 000 Euro, Inbetriebnahme 2026. Sie erzeugt 9 000 kWh im Jahr. Der Haushalt verbraucht 4 000 kWh und deckt davon ohne Speicher rund 30 Prozent selbst, also 1 200 kWh.

FinanzierungZinskosten gesamtAmortisation
Eigenkapital0 Eurorund 13,5 Jahre
Ratenkredit, 10 Jahre, 5 % effektiv (Annahme)rund 3 300 Eurorund 17 Jahre
Baufinanzierung, 4,06 % Soll, 2 % Tilgung bis zum Enderund 7 900 Eurorund 22 Jahre

Die Rechnung nimmt einen gleichbleibenden Strompreis an. Steigt er, geht es schneller. Die Verbraucherzentrale warnt aber vor Anbieterrechnungen mit 4 bis 8 Prozent Preissteigerung pro Jahr. Beim Ratenkredit liegt die Rate mit rund 127 Euro im Monat in den ersten zehn Jahren über der Ersparnis von rund 75 Euro. Du zahlst also drauf, bis der Kredit getilgt ist.

Für Anlagen, die ab 2027 in Betrieb gehen, sieht die Rechnung nach dem Kabinettsentwurf schlechter aus, weil die feste Vergütung über 20 Jahre wegfallen soll. Den Stand der Reform beschreibt der Artikel zur Einspeisevergütung und zum Solarspitzengesetz. Umso wichtiger wird dann ein hoher Eigenverbrauch.

Ein Speicher verändert die Rechnung ebenfalls. Er erhöht den Eigenverbrauch, kostet aber zusätzlich. Ein 7-kWh-Speicher für 3 500 Euro bringt bei heutigem Strompreis rund 330 Euro im Jahr zusätzlich, weil weniger Netzstrom gekauft und weniger eingespeist wird. Er amortisiert sich damit in gut zehn Jahren, also knapp innerhalb seiner Lebensdauer. Wird er mitfinanziert, verschiebt sich das weiter nach hinten. Deshalb lohnt es sich, Anlage und Speicher getrennt durchzurechnen, bevor du die Kreditsumme festlegst.

Worauf du bei jedem Weg achten solltest

  1. Laufzeit so wählen, dass der Kredit deutlich vor dem Ende der Anlagenlebensdauer getilgt ist, besser vor dem ersten Speichertausch.
  2. Effektivzins und Gesamtkosten vergleichen, nicht die Monatsrate.
  3. Bei KfW-Krediten den Antrag stellen, bevor du den Auftrag unterschreibst.
  4. Auf kostenlose Sondertilgungen achten, wenn du schneller zurückzahlen willst.
Kurz gesagt: Am günstigsten ist die Anlage aus Eigenkapital, wenn danach eine Rücklage bleibt. Jeder Kredit verlängert die Amortisation um mehrere Jahre, im Beispiel von 13,5 auf 17 bis 22 Jahre. Beim Neubau ist die Baufinanzierung bequem, sie sollte aber mit Sondertilgungen schneller zurückgezahlt werden als das Haus.

Quellen

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Finanz-, Steuer-, Rechts- oder Bauberatung. Zahlen und Regeln können sich ändern.

Über den Autor

Manuel Digeronimo plant und baut gerade selbst ein Einfamilienhaus. Aus diesem Projekt sind die Rechner und Planer von BetonBilanz entstanden. In den Artikeln schreibt er auf, was er dabei recherchiert und nachgerechnet hat. Mehr über BetonBilanz

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