Elektroplanung fürs Eigenheim
Wer baut oder saniert, muss früh festlegen, wo Steckdosen, Schalter und Leuchten sitzen. Der Elektroplaner hilft dir, das auf dem eigenen Grundriss durchzuspielen, bevor der Elektriker kommt.
Warum du die Elektrik selbst vorplanen solltest
Elektriker planen nach Standard, wenn sie keine Vorgaben bekommen. Wie du deine Räume nutzt, weißt aber nur du: wo das Bett steht, wo der Schreibtisch hinkommt, an welcher Wand der Fernseher hängt. Eine Steckdose nachträglich zu setzen heißt Wand aufstemmen, verputzen und streichen.
Ein Plan mit eingezeichneten Symbolen ist außerdem eine klare Grundlage für Angebote. Du kannst Stückzahlen und Kabellängen vergleichen, statt Pauschalen hinnehmen zu müssen.
So gehst du vor
- Grundriss hochladen. Lade den Plan als PDF oder Bild hoch. Für jedes Stockwerk legst du eine eigene Ebene an.
- Maßstab setzen. Zieh mit dem Werkzeug „Skalieren“ eine Linie über eine bekannte Strecke und gib ihre Länge ein. Bei einem PDF in Originalgröße reicht es, den Planmaßstab einzutragen, zum Beispiel 1 : 50.
- Symbole platzieren. Zieh Steckdosen, Schalter, Netzwerkdosen, Rauchmelder und weitere Symbole aus der Seitenleiste auf den Plan.
- Kabel ziehen. Verbinde die Symbole mit dem passenden Kabeltyp. Der Planer rechnet die Länge aus, einschließlich der Strecke von der Einbauhöhe bis zur Decke und eines Zuschlags für Verschnitt.
- Speichern und exportieren. Sichere das Projekt als Datei und exportiere den Plan mit Stückliste als PDF.
Beleuchtung planen mit dem Spotplaner
Bei Einbauspots stellt sich immer dieselbe Frage: Wie viele brauche ich, und wohin damit? Der Spotplaner rechnet das aus den Daten der Leuchte aus.
Du gibst Lichtstrom, Abstrahlwinkel und Leistung des Spots ein oder lädst die IES-Datei des Herstellers. Diese Datei enthält die gemessene Lichtverteilung und liefert genauere Ergebnisse als der Abstrahlwinkel allein.
Dann zeichnest du die Räume nach und legst pro Raum einen Zielwert in Lux fest. Der Planer verteilt die Spots gleichmäßig und zeigt die Helligkeit als Farbfläche auf dem Plan. Verschiebst du einen Spot, wird die Verteilung sofort neu berechnet.
Gerechnet werden das direkte Licht der Spots und, wenn „Reflexion einrechnen“ aktiv ist, das von Decke, Wänden und Boden zurückgeworfene Licht. Die Reflexionsgrade stellst du in Prozent ein: weiße Decke etwa 80 %, helle Wände 50 bis 70 %, Boden mit Möbeln etwa 20 %. Der reflektierte Anteil wird gleichmäßig über den Raum verteilt. Bei breit strahlenden Leuchten mit 90 bis 120 Grad macht er oft ein Drittel der Helligkeit aus. Für eine Wohnraumplanung reicht das aus, eine normgerechte Lichtplanung für Arbeitsstätten ersetzt es nicht.
Treppenhaus, Galerie, Luftraum: Räume ohne Zwischendecke zeichnest du im unteren Stockwerk und setzt bei diesem Raum das Häkchen „Offene Decke“. Dann gibst du die tatsächliche Deckenhöhe ein, etwa 5,30 m. Mit dieser Höhe rechnet der Planer das Licht und die Kabellängen. Im Stockwerk darüber erscheint der Raum schraffiert als Luftraum. Leuchten, die du dort hineinsetzt, zählen für den Raum unten mit. Liegen die Grundrisse der beiden Stockwerke nicht deckungsgleich übereinander, schiebst du die Schraffur über „Lage anpassen“ auf die Wände des oberen Plans. Zeichne möglichst nur den offenen Bereich als eigenen Raum, nicht den ganzen Flur drumherum.
Richtwerte für die Helligkeit
Als Orientierung für Wohnräume: In Fluren und Abstellräumen genügen etwa 100 Lux. Wohn- und Schlafräume liegen bei 100 bis 200 Lux, wenn zusätzlich Steh- oder Leseleuchten vorgesehen sind. Küche, Bad, Arbeitszimmer und Hauswirtschaftsraum sollten 300 Lux oder mehr erreichen.
Dimmbare Leuchten geben Spielraum: Lieber etwas heller planen und im Alltag herunterregeln als umgekehrt.
Was der Planer nicht ersetzt
Der Elektroplaner ist ein Werkzeug für die Vorplanung. Die Aufteilung der Stromkreise, die Absicherung und die Installation selbst gehören in die Hand einer Elektrofachkraft.